Speisekarte kalkulieren: profitable Preise richtig festlegen

29. Juni 2026 6 Min. Lesezeit

Gute Preise entscheiden über deine Marge. Wer zu günstig kalkuliert, arbeitet kaum kostendeckend; wer zu teuer ist, verliert Gäste. Mit ein paar Faustregeln findest du den richtigen Preis – fair für die Gäste und profitabel für dich.

Der Wareneinsatz als Basis

Der Wareneinsatz ist der reine Materialkostenanteil eines Gerichts (alle Zutaten inkl. Verschnitt). In der Gastronomie liegt er bei Speisen häufig bei etwa 25–35 %, bei Getränken meist deutlich darunter.

Rechne ehrlich: Nebenzutaten, Beilagen, Öl, Gewürze und Schwund gehören dazu. Erst wenn der echte Wareneinsatz pro Portion steht, kannst du sauber kalkulieren.

Vom Wareneinsatz zum Verkaufspreis

Aus dem Wareneinsatz wird über einen Aufschlagfaktor der Netto-Verkaufspreis. Ein gängiger Richtwert ist das Drei- bis Vierfache des Wareneinsatzes – der Faktor deckt Personal, Miete, Energie und Gewinn.

Vergiss die Mehrwertsteuer nicht: In Deutschland gelten 19 % im Haus und 7 % außer Haus. Kalkuliere netto und schlage die passende MwSt. erst am Ende auf.

Mischkalkulation: nicht jedes Gericht trägt gleich

Nicht jedes Gericht muss denselben Aufschlag haben. „Renner“ mit hoher Nachfrage dürfen etwas günstiger kalkuliert sein, margenstarke Gerichte und Getränke gleichen das aus.

Gerade Getränke und Desserts haben oft sehr niedrigen Wareneinsatz – sie sind die Marge-Treiber, die deine Mischkalkulation tragen.

Psychologische Preise

Preise wie 9,90 € statt 10,00 € wirken günstiger, ohne dass dir viel entgeht. Verzichte in der Karte auf lange Punktreihen und auf das Euro-Zeichen direkt am Preis – das lenkt weniger auf den reinen Preisvergleich.

Ein bewusst hochpreisiges „Anker“-Gericht lässt die übrigen Preise moderat erscheinen und hebt den durchschnittlichen Bon.

Preise anpassen, ohne Gäste zu verärgern

Steigende Einkaufspreise zwingen früher oder später zur Anpassung. Mit einer digitalen Speisekarte änderst du Preise in Sekunden – ohne teuren Nachdruck und ohne überklebte Karten.

Erhöhe lieber in kleinen Schritten und über die Karte verteilt als selten und drastisch. So bleibt die Veränderung für Gäste unauffällig.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Wareneinsatz sein?+

Bei Speisen oft 25–35 %, bei Getränken meist deutlich niedriger. Wichtiger als der exakte Wert ist, dass du ihn pro Gericht kennst.

Welcher Aufschlagfaktor ist üblich?+

Häufig das Drei- bis Vierfache des Wareneinsatzes – er muss alle Fixkosten plus Gewinn decken.

Wie ändere ich Preise am einfachsten?+

Mit einer digitalen Karte in Sekunden – der QR-Code bleibt gleich, du passt nur die Karte dahinter an.

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